Der Werdegang des „Sängerbund“ Fürstenberg

Am 01.November 1862 trafen sich 28 Porzelliner der Manufaktur Fürstenberg und gründeten den Männergesangverein, den sie „Sängerbund“ nannten. Ihre Satzung gab im §1 die „Ausbildung und Übung des Männergesanges behufs geselliger Unterhaltung“ als Zweck des Vereins an. Im Jahre 1874 ist vermerkt, dass die Manufaktur dem Chorleiter Herrn Lehrer Sievers 8,- Taler bei Singveranstaltungen an Sonntagen beim Gottesdienst bezahlte. Im Jahre 1879 wagte der Verein den Schritt in eine größere Öffentlichkeit und schloss sich dem –Oberweser-Sängerbund -an. Protokollbücher berichten von Auftritten bei festlichen Angelegenheiten und Familienfeiern. Laut Auskunft des Chronisten Hansulrich Kaste, mussten bei solchen Auftritten ein Groschen pro Besucher an die Gemeinde in die Armenkasse abgeführt werden. Im Jahr 1910 wurde von Vorständen der Vereine aus dem Solling der „Sollingbund“ gegründet, in den der Sängerbund seinen damaligen Chorleiter C.L.R Meyer entsandte Während des 1.Weltkrieges wurde nicht gesungen. Erst 1919 erfolgten wieder Aufzeichnungen mit einem Neuanfang in Fürstenberg. Am 11.Jahnuar 1919 wurde die Sängerriege des Männerturnvereins , die sich 1906/1907 gebildet hatte in den Sängerbund aufgenommen. Heinrich Böker übernahm den Vorsitz und H.C.L. Meyer das Amt des Chorleiter .



Im Jahr 1923 und zwar am 07.Juli , beschloss der Verein mit 41:1 Stimmen den Beitritt zum „ Arbeiter Sängerbund“ 1923 auch das Jahr der starken Inflation zeigt sich im Protokoll der Versammlung vom 8. Dezember . Der Kassenbestand wies ein 13-stellige Zahl aus. Es waren 4.121.556.808.830,00 Reichsmark.

Die Weltwirtschaftskrise unterbricht ein Wachsen des Vereins. Im Protokoll vom 07. Januar 1933 können wir lesen :“ Der Besuch der Singstunden ist nicht gut, was wohl mit den zunehmenden traurigen wirtschaftlichen Verhältnissen zu begründen sei.

Unter der Herrschaft Adolf Hitlers wurde der „Arbeiter Sängerbund“ verboten. Der damalige Vorstand zog die Konsequenz um weiter singen zu können, trat der Verein aus dem „Arbeiter Sängerbund aus. Die Übungsabende und Auftritte wurden bis zum Kriegsbeginn 1939 durchgeführt. In den Kriegsjahren war kein Platz mehr für geselliges Treffen zur Pflege des Gesangs.

Erst 1947 zwei Jahre nach Kriegsende trifft sich der Verein laut Protokoll vom 14.März wieder regelmäßig zu Singabenden. Heimkehrer und Vertriebene füllten die Reihen der Sänger und langsam setzte wieder ein geregeltes Leben ohne Kriegsangst ein. Hermann Erpenbach sen. Übernahm wieder den Vorsitz und Otto Uhde wieder das Amt des Chorleiters. Der erste öffentliche Auftritt nach diesem Neubeginn war zur 200 Jahr Feier der Porzellanmanufaktur 1947.

 

Im Jahr 1962 kann der Verein sein 100 jähriges Bestehen feiern. Er ist jetzt Mitglied des „Deutschen Chorverbandes“ Die Verleihung der Zelter-Plakette ist ein besondere Auszeichnung, die die Arbeit des Sängerbundes würdigt. Das Wirtschaftswunder trägt auch den Verein. Singstunden mit über 40 Teilnehmern sind in den Aufzeichnungen nachzulesen. Doch schon zum Fest des 125 jährigen Bestehens war eine Abnahme der Sänger, die die Übungsabende besuchten zu verzeichnen. Dieser Trennt hat sich Fortgesetzt .Trotzdem sind wir stolz, jetzt im Jahr 2012 das 150 jährige Bestehen zu feiern. Hat sich die Zahl der aktiven Sänger auch um die Hälfte verringert, ist doch der Wille zu sehen, den Verein weiterhin am Leben zu erhalten, da wir im letzten Jahr drei neue aktive Sänger in unserem Kreis aufnehmen konnten. In der Hoffnung, dass auch einmal junge Männer Interesse am Singen bekommen und wie heißt es doch bei Gründung des Vereins : „Behufs geselliger Unterhaltung „, den Weg zu uns Sängern finden.

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